17. Mai 2015

Der andere Völkermord - Vernichtung der Herero und Nama in Namibia 1904-1908

Auf Einladung des Studierendenverbandes Die Linke.SDS Paderborn und in Kooperation mit den studentischen Gruppierungen Eine Welt und Afrikanische Studierendengemeinschaft kommt Niema Movassat, Mitglied des Bundestages, DIE LINKE, am Dienstag, den 2. Juni 2015 nach Paderborn und referiert zum Völkermord an den Herero und Nama in der damaligen deutschen Kolonie Südwestafrika (heute Namibia). Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr und findet in C4.208 statt.

Zwischen 1904 und 1908 führte das deutsche Kaiserreich einen brutalen Vernichtungskrieg gegen die Herero, Nama, Damara und San in der damaligen Kolonie “Deutsch-Südwestafrika”, dem heutigen Namibia. 1904 und 1905 erließ General Lothar von Throta zwei eindeutige Vernichtungsbefehle gegen die Herero und Nama mit Rückendeckung des deutschen Kaisers. Zunächst im Rahmen eines brutalen Kriegs, dann über Schwerstarbeit und Unterversorgung in Konzentrationslagern. Gemessen an den Kriterien der UN-Völkermordkonvention handelte es sich um einen Völkermord – den ersten des 20. Jahrhunderts. Im Kontext der Debatte um die Anerkennung des jungtürkischen Völkermords an den Armeniern, rückt nun endlich auch dieser „vergessene Genozid“ ins Zentrum vieler Debatten. Deutschland hat bis heute diesen Völkermord nicht als solchen anerkannt und sich bis heute nicht bei Namibia und den Nachfahren der Opfer offiziell entschuldigt. Dabei hat der Völkermord bis heute folgen: Viele Herero und Nama leben in bitterer Armut, weil ihnen vor allem in der deutschen Kolonialzeit ihr Land und Vieh geraubt und weißen Siedlern übergeben wurde. Noch heute besitzen weiße Farmer 80% des Landes.

Niema Movassat, Mitglied des Bundestages und dort Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wird uns von seinem langjährigen Einsatz im Bundestag für eine Anerkennung dieses Völkermords und eine offizielle Entschuldigung berichten. Dabei wird er auf die wesentlichen Fragen bei dem Thema eingehen, ebenso, wie auf die Frage, warum die Bundesregierung sich über Jahre stur stellt und wie diese Doppelmoral, wenn es um die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit geht, wiederum mit dem heutigen Alltagsrassismus in Deutschland zusammenhängt.