15. Juli 2016

SDS Paderborn legt bei Hochschulwahlen zu

Hochschulwahlen 2016: Hochschulgruppe stellt nun vier Mitglieder im Studierendenparlament sowie erstmals zwei von sechs studentischen Senatoren an der Universität Paderborn.

 

Die Linke.SDS Paderborn konnte bei den diesjährigen Hochschulwahlen massiv an Stimmen dazugewinnen und ist mit ihrem bisher besten Ergebnis seit ihrer Gründung 2013 aus den Hochschulwahlen vom 11. bis 13. Juli 2016 hervorgegangen. Nachdem die Gruppe noch bei den Wahlen 2015 einen Sitz verlor und mit nur noch zwei Parlamentarier*innen vertreten war, konnte in diesem Jahr der eigene Sitzanteil auf vier verdoppelt werden.

 

Weitere Gewinner dieser Wahl sind die neuen Listen „Engagiert, Pluralistisch, International“ (EPI) und die türkische Liste „Interkulturelle Vereinigung Paderborn“ (IVP). Beide konnten aus dem Stehgreif heraus fünf bzw. vier Sitze gewinnen. Größere Verluste mussten dagegen der RCDS (minus 2 Sitze) und die Liberale Hochschulgruppe (minus 4 Sitze) hinnehmen. Letztere forderte sogar die Wiedereinführung von Studiengebühren.

 

„Zwar haben wir mit einem leichten Zugwinn gerechnet, dass dieser aber so massiv ausfallen würden, hatte keiner von uns gedacht. Anscheinend konnten wir mit unserem Programm, in dem wir Probleme ansprechen, die die Studierenden bewegen, punkten. Eines dieser Probleme ist zum Beispiel das Praxissemester für Lehramtsstudierende. Eine hohe Anzahl der Studierenden wissen nicht, wie sie das Praxissemester neben dem Job, auf den sie finanziell angewiesen sind, bewältigen sollen. Viele Studierende erhalten nur geringe oder gar keine BaföG-Mittel. An dieser Stelle wollen wir gemeinsam mit landesweit betroffenen Fachschaften anderer Hochschulen und mit diversen Institutionen innerhalb der Universität Paderborn Druck gegenüber der Landesregierung erzeugen.“, so Wahlkampfkoordinator Manuel. so Wahlkampfkoordinator Manuel Leyva. Zeya Mirza, SDS-Aktivist und stellvertretender AStA-Vorsitzender, ergänzt: „Daneben haben wir auch an unserer Universität zunehmend mit verschiedensten Nationalismen und Fundamentalismen zu kämpfen. Jüngst zeigte sich das in Form von Leugnungen des Genozids an den Armeniern, Suryoye (Aramäer/Assyrer/Chaldäer) und den Eziden während des Ersten Weltkrieges. Hier als auch in anderen Bereichen wollen wir verstärkt Aufklärungsarbeit leisten und uns weiterhin aktiv gegen eine menschenverachtende Entwicklung stellen.“

 

SDS-Aktivistin und zukünftige Senatorin Mareike Meyerink: „Wir wollen eine ökologische Universität. Dazu wollen wir den in der Uni entstehenden Müll reduzieren und dafür sorgen, dass aus unserer bereits ergrünten Uni eine bunte Uni mit vielen blühenden Pflanzen wird, die zudem Nahrung für Bienen bietet. Des Weiteren möchten wir die Idee des Foodsharings weiter ausbauen.“

 

„Weiterhin wollen wir eine sozialgerechte Universität. Deshalb werden wir uns beispielsweise für Studierende mit Kind und für Studierende mit Beeinträchtigung stärker engagieren. Unser weiteres Engagement gilt den sogenannten „BildungsausländerInnen“, die häufig von einer Abschiebung bedroht sind. Wir werden uns dafür einsetzten, dass die Betroffenen weiterhin juristische Unterstützung erhalten. Auch „Geflüchtete“ müssen Zugang zu unserer Uni bekommen“, so Serdal Igrek, ebenfalls SDS-Aktivist und zukünftiger Parlamentarier.

 

Bei den parallel zu den Parlamentswahlen stattfindenden Senatswahlen, für die die Studierendenschaft sechs studentische Vertreter*innen in den 28-köpfigen Senat wählt, konnte Die Linke.SDS Paderborn bei insgesamt fünf angetretenen Listen sogar zwei Senatssitze für sich in Anspruch nehmen.

 

Wir bedanken uns bei allen UnterstützerInnen und hoffen auf ein erfolgreiches Jahr!

 

Hier gibt es die Ergebnisse für die StuPa-Wahl und für die Senatswahl.

21. Juni 2016

75. Jahrestag Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion

Am 22. Juni 1941 überfiel das faschistische Hitlerdeutschland die Sowjetunion. Es begann ein rassistischer Vernichtungskrieg, barbarisch, total, bis heute ohne gleichen. 27 Millionen Sowjetbürger verloren ihr Leben. An sie möchten wir gedenken. Wir können nicht laut genug bekräftigen: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

 

Frieden in Europa gibt es nicht gegen, sondern nur mit Russland. 75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion heißt es: Versöhnung jetzt auf der Basis von Respekt und Völkerrecht. Macht uns Russland nicht zum Feind!

22. Mai 2016

PaderPride 2016 - Wir sind dabei

Am 28. Mai 2016 findet in Paderborn der zweite Paderpride statt – eine Veranstaltung der Queer-Bewegungen im Kreis Paderborn. Der Demo und dem Straßenfest gehen viele verschiedene queere Aktionen voraus, darunter Diskussions- und Spieleabende, Konzerte, Filmabende und mutige Foto-Ausstellungen (mehr dazu auf: https://paderpride.de/termine/).

Es ist erst die zweite Veranstaltung dieser Art in Paderborn. Letztes Jahr fand sie noch auf einem deutlich kleineren Platz statt – der Rathausplatz war durch eine Veranstaltung über Haustiere belegt.

Dieses Jahr aber versammeln sich die Freunde der Queerszene dort, wo sie hingehören: Im Herzen der Stadt.

Wir von Die Linke.SDS – Paderborn und der Linksjugend [’solid] – Paderborn unterstützen die Bewegung im Geist wie auf der Straße. Veraltete Stereotypen gegenüber anderen sexuellen Orientierungen als der traditionellen ‚Mann-Frau‘-Konstellation können und dürfen nicht länger salonfähig sein. Es ist Realitätsverweigerung, wenn das Bild der heterosexuellen Familie und die klassischen Mann-/Frau-Rollen als die einzigen gesellschaftsfähigen Varianten von Familie und Geschlecht gesehen werden. Denn wir haben 2016 – lesbisch, schwul, bi, transsexuell, intersexuell oder hetero – wir wissen, dass so etwas nichts über einen Menschen aussagt, außer der einen einzigen Sache: Er liebt – wen und wie, das ist ganz egal.

In Paderborn zeigen wir alle am 28. Mai, dass die Stadt bunt und offen ist und wir für verstaubte Ansichten keinen Platz mehr haben.

Wir sind queer!

29. Mai 2016

Wir waren beim PaderPride 2016 dabei!

Am 28. Mai standt Paderborn im Zeichen der Regenbogenfahne. An diesem Tag fand der zweite PaderPride im Zeichen für Toleranz und Gleichberechtigung queerer Menschen statt. Zusammen mit DIE LINKE. Kreisverband Paderborn und Linksjugend ['solid] Paderborn beteiligten wir uns an der Demonstration und am Straßenfest vor dem Rathaus. Neben einem bunten Bühnenprogramm, gab es zahlreiche Infostände, u.a. von der Hochschulinitiative PlusS & Friends, der Aids-Hilfe Paderborn e.V. und dem Bildungs-Initiative SchLAu Paderborn.

 

Unter dem Motto "Wir sind queer!" fand eine Fotoaktion der Linksjugend statt, bei der wir und viele andere Menschen gerne mitgemacht haben. "Die Fotoaktion ist eine tolle Idee! Schließlich leben wir längst in einer Gesellschaft, in der es unzählige queere Menschen gibt.“ so Manuel Leyva, SDS-Aktivist an der Universität Paderborn. Leyva weiter: „Mit der Aktion wurde es Menschen ermöglicht, zu zeigen, dass sie die Gleichberechtigung queerer Menschen unterstüzen. Damit bekommt die Forderung nach völliger Gleichstellung und Gleichbehandlung queerer Menschen ein Gesicht.“

 

Am gemeinsamen Infostand von Partei und Jugend- und Studierendenverband gab es Informationen zu queeren Bewegungen und linken Forderungen zur Gleichberechtigung queerer Menschen. "Die Akzeptanz queerer Menschen ist unzureichend. Was wir wollen ist, dass Menschen im queeren Spektrum politisch und sozial komplett gleichgestellt werden, ohne irgendwelche Benachteiligungen." sagt Johanna Soorholtz, SDS- und PlusS-Aktivistin. Soorholtz ergänzt: „Wir brauchen keine Sonderregelungen für Queere, sondern gleiche Regelungen. Erst das bedeutet wirkliche Gleichberechtigung.“

 

Buntes Bühnenprogramm.„Wir danken allen, die bei der Aktion mitgemacht und ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt haben. Ausdrücklich danken wir auch den Veranstaltern und Akteuren dieser wichtigen und mutigen Veranstaltung.“ sagt Manuel Leyva. Nächstes Jahr, da ist sich der SDS Paderborn einig, wird man wieder dabei sein.

 

Alle Bilder der Fotoaktion gibt es hier auf facebook.

17. Mai 2015

Der andere Völkermord - Vernichtung der Herero und Nama in Namibia 1904-1908

Auf Einladung des Studierendenverbandes Die Linke.SDS Paderborn und in Kooperation mit den studentischen Gruppierungen Eine Welt und Afrikanische Studierendengemeinschaft kommt Niema Movassat, Mitglied des Bundestages, DIE LINKE, am Dienstag, den 2. Juni 2015 nach Paderborn und referiert zum Völkermord an den Herero und Nama in der damaligen deutschen Kolonie Südwestafrika (heute Namibia). Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr und findet in C4.208 statt.

Zwischen 1904 und 1908 führte das deutsche Kaiserreich einen brutalen Vernichtungskrieg gegen die Herero, Nama, Damara und San in der damaligen Kolonie “Deutsch-Südwestafrika”, dem heutigen Namibia. 1904 und 1905 erließ General Lothar von Throta zwei eindeutige Vernichtungsbefehle gegen die Herero und Nama mit Rückendeckung des deutschen Kaisers. Zunächst im Rahmen eines brutalen Kriegs, dann über Schwerstarbeit und Unterversorgung in Konzentrationslagern. Gemessen an den Kriterien der UN-Völkermordkonvention handelte es sich um einen Völkermord – den ersten des 20. Jahrhunderts. Im Kontext der Debatte um die Anerkennung des jungtürkischen Völkermords an den Armeniern, rückt nun endlich auch dieser „vergessene Genozid“ ins Zentrum vieler Debatten. Deutschland hat bis heute diesen Völkermord nicht als solchen anerkannt und sich bis heute nicht bei Namibia und den Nachfahren der Opfer offiziell entschuldigt. Dabei hat der Völkermord bis heute folgen: Viele Herero und Nama leben in bitterer Armut, weil ihnen vor allem in der deutschen Kolonialzeit ihr Land und Vieh geraubt und weißen Siedlern übergeben wurde. Noch heute besitzen weiße Farmer 80% des Landes.

Niema Movassat, Mitglied des Bundestages und dort Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wird uns von seinem langjährigen Einsatz im Bundestag für eine Anerkennung dieses Völkermords und eine offizielle Entschuldigung berichten. Dabei wird er auf die wesentlichen Fragen bei dem Thema eingehen, ebenso, wie auf die Frage, warum die Bundesregierung sich über Jahre stur stellt und wie diese Doppelmoral, wenn es um die Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit geht, wiederum mit dem heutigen Alltagsrassismus in Deutschland zusammenhängt.